Alexandre Ajas Maniac

Im Zentrum von „Alexandre Ajas Maniac“ steht Frank Zito, ein junger Mann, dessen Vergangenheit von einem tiefen Trauma geprägt ist. Nach dem Tod seiner Mutter, einer Prostituierten, die ihn in seiner Kindheit ihren sexuellen Eskapaden aussetzte, übernimmt er das familiäre Geschäft zur Restaurierung von Mannequins. Doch hinter Franks unscheinbarer Fassade verbirgt sich ein dunkles Geheimnis: Er ist ein Serienmörder, der Frauen jagt, ermordet und deren Haare seinen leblosen Schaufensterpuppen aufsetzt. Diese groteske Handlung dient ihm dazu, eine glückliche Kindheitserinnerung zu bewahren – das Kämmen seiner Mutter Haare.

Alexandre Ajas Maniac
Dauer: 85 Min.
FSK: ab 18 Jahren
Jahr:
Regie: Franck Khalfoun
Produzenten: Grégory Levasseur, William Lustig, Thomas Langmann
Hauptdarsteller: Elijah Wood, Nora Arnezeder, Liane Balaban
Nebendarsteller: Joshua De La Garza, America Olivo, Sammi Rotibi
Studio: Wild Bunch, Ascot Elite
Sprachen: Deutsch, English

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Als Frank auf die junge Fotografin Anna trifft, scheint sich sein Leben zu ändern. Anna, fasziniert von Franks Arbeit mit den Mannequins, entwickelt eine Freundschaft zu ihm. Für eine kurze Zeit bremsen ihre Anwesenheit und Zuneigung seine mörderischen Impulse. Doch die Begegnung mit Annas Freund und einem Kunstleiter bei einer Vernissage, die Franks Interesse an Mannequins spöttisch betrachten, treibt ihn erneut in eine Spirale aus Wut und Gewalt. Franks Versuch, Normalität und emotionale Bindung in seinem Leben zu finden, kollidiert tragisch mit seinem inneren Dämon, was zu weiteren grausamen Taten führt.

Besetzung, Regie und Drehorte

Alexandre Ajas Maniac„, unter der Regie von Franck Khalfoun, ist ein fesselnder Psychothriller aus dem Jahr 2012. Dieser Film, eine US-amerikanisch-französische Koproduktion, bringt Elijah Wood in der Rolle des Frank Zito und Nora Arnezeder als Anna auf die Leinwand. Neben ihnen spielen Liane Balaban, America Olivo und Jan Broberg wichtige Rollen. Mit einer Dauer von 85 Minuten und einer FSK 18 Einstufung, versetzt der Film die Zuschauer in eine Welt des Horrors. Die Musik von Robin Coudert und die Kameraführung von Maxime Alexandre tragen maßgeblich zur dichten Atmosphäre bei.

Das Werk fand nicht nur bei den Kinogängern Anklang, sondern wurde auch mit mehreren Preisen ausgezeichnet. So erhielt Elijah Wood bei den Fright Meter Awards und Fangoria für seine Leistung als bester Hauptdarsteller Anerkennung. Zudem wurde der Film für den besten Schnitt und die beste Filmmusik gelobt.

Trotz seiner Erfolge musste „Maniac“ aufgrund seiner expliziten Gewaltdarstellungen viele juristische Hürden überwinden, einschließlich einer Beschlagnahmung in Deutschland, die 2020 aufgehoben wurde. Der Weg des Films durch die deutsche Zensurgeschichte zeigt, wie kontrovers er aufgenommen wurde.

Handlung & Inhalt vom Film „Alexandre Ajas Maniac“

Frank Zito, ein junger Mann mit Schizophrenie, übernimmt das Geschäft seiner Familie zur Restaurierung von Mannequins nach dem Tod seiner Mutter. Als Kind wurde Frank von seiner Mutter, einer Prostituierten, traumatisiert, die ihn zwang, ihren sexuellen Aktivitäten zuzusehen. Dieses Trauma prägt sein Erwachsenenleben, in dem er Frauen ermordet, skalpiert und deren Haare auf Mannequins befestigt. Diese gruselige Praxis dient ihm dazu, eine glückliche Kindheitserinnerung nachzustellen: das Haarebürsten seiner Mutter, bevor sie nachts „ausging“.

Durch eine Dating-Website lernt Frank Lucie kennen, mit der er ein Date hat. Nach dem Essen gehen sie zu Lucie, die versucht, den jungfräulichen Frank zu verführen. Ihr Missverständnis von Franks zunehmender Panik als Nervosität führt dazu, dass Frank Lucie erwürgt, skalpiert und ihr Haar mitnimmt, um es an ein weiteres Mannequin zu heften. Dieser Akt verdeutlicht Franks Unfähigkeit, normale zwischenmenschliche Beziehungen zu führen, und verstärkt sein isoliertes Dasein, das von seinen mörderischen Impulsen dominiert wird.

Mörderische Sehnsucht

Franks Leben nimmt eine neue Wendung, als er Anna, eine Fotografin, trifft, die Interesse an seinen Mannequins zeigt. Aus ihrer Freundschaft entwickelt sich eine tiefe Zuneigung Franks zu Anna, und er beginnt sogar, Medikamente zu nehmen, um seine gewalttätigen Impulse zu unterdrücken. Dennoch kann er seine mörderische Neigung nicht ablegen und tötet erneut. Diese Beziehung stellt einen Lichtblick in Franks düsterem Leben dar, zeigt aber auch, wie tief seine psychischen Probleme verwurzelt sind.

Bei der Eröffnung von Annas Ausstellung trifft Frank auf ihren Freund und einen Kunstleiter, die beide seine Faszination für Mannequins verspotten. Getrieben von Wut und Erinnerungen an die Ablehnung durch seine Mutter, folgt Frank der Kunstleiterin Rita nach Hause, überwältigt sie und skalpiert sie lebendig. Dieser Akt der Gewalt ist ein direkter Ausdruck von Franks innerem Konflikt und seiner Unfähigkeit, mit Ablehnung und Schmerz umzugehen.

Als Anna Frank als Mörder entlarvt, eskaliert die Situation schnell. In einem Kampf ums Überleben offenbart sich die tiefe Tragik von Franks Existenz. Er versucht, Anna zu entführen, doch sie kann ihm eine tödliche Verletzung zufügen. Zurück in seiner Wohnung, erlebt Frank Halluzinationen seiner Opfer, die ihn zerreißen. Sein Tod inmitten seiner grausigen Trophäen lässt den Betrachter mit einer bedrückenden Erkenntnis über die Zerstörungskraft von Trauma und Isolation zurück.

Fazit & Kritiken zum Film „Alexandre Ajas Maniac“

Alexandre Ajas Maniac“ übertrifft mit seiner düsteren Atmosphäre und schockierenden Darstellung die Grenzen konventioneller Horrorfilme. Alexandre Aja, bekannt für seinen mutigen Umgang mit dem Genre, schafft gemeinsam mit Franck Khalfoun einen Film, der sowohl eine Hommage an das Original als auch ein innovatives Kunstwerk ist. Sie bringen eine frische Perspektive in das Genre, die sich deutlich von den Arbeiten früherer Horror-Meister unterscheidet. Ihre Fähigkeit, klassische Motive neu zu interpretieren und eine einzigartige Stimmung zu erzeugen, zeigt sich in der geschickten Nutzung von Elijah Woods Talent, der Frank Zito eine besondere Tiefe verleiht.

Während der Film die Abgründe der menschlichen Psyche erkundet, entsteht eine beklemmende Nähe zum Protagonisten. Woods Performance, unterstützt durch die subjektive Kameraführung, lässt das Publikum die Ereignisse durch Franks Augen erleben. Diese immersive Erfahrung wird durch einen pulsierenden elektronischen Soundtrack verstärkt, der den Film in eine Art psychedelischen Trip verwandelt. Khalfouns Regie navigiert geschickt zwischen den grellen Lichtern von L.A. und den dunklen Gassen der menschlichen Seele, was „Maniac“ zu einem visuell fesselnden Erlebnis macht.

Die filmische Darstellung von Franks psychischen Problemen neigt dazu, auf klischeehafte und oberflächliche Erklärungen zurückzugreifen. Trotz der visuellen Brillanz und der eindringlichen Darstellung durch Wood, verpasst der Film die Chance, eine tiefere psychologische Einsicht in die Natur seiner Hauptfigur zu bieten. Dennoch ist „Alexandre Ajas Maniac“ ein Beispiel dafür, wie moderne Exploitation-Filme das Publikum herausfordern und gleichzeitig unterhalten können. Mit seinem intensiven Finale, das sowohl Abscheu als auch Empathie hervorruft, hinterlässt der Film einen bleibenden Eindruck.

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